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42 Einträge
Georg Georg schrieb am 18. Juni 2019 um 13:49:
Das kann ja nur ein Märchen sein, was ich da alles so lese! Gottesdienste, die zu Herzen gehen? Wo lebt ihr denn? Die Realität sieht doch ganz anders aus.
Zu Pfingsten wurde mein Enkel gefirmt. Die Familie war mit von der Partie. Aber was wurde da den Firmlingen geboten, an dem Tag, wo sie eigentlich der Kraft des „Heiligen Geist“ begegnen sollten? Harmlose Liedchen trällern, betulich klatschen, mitwackeln.....juhu....lala.....trara....wir sind voll drauf.......
Einfach erbärmlich und peinlich! Ich glaube kaum, dass mein Enkel jemals wieder freiwillig eine Kirche betreten wird. Was sollte er auch dort?
Ich hatte noch das Glück, vor vielen Jahren im Stift Admont gefirmt zu werden. An das einzige, was ich mich von damals noch erinnern kann, war außer der damals noch obligaten Watschn diese gewaltig brausende Orgel. Das hat mich umgehauen. Bis auf den heutigen Tag hab ich das nicht mehr vergessen. Aber auch leider nie mehr so gehört.
Ich wäre schon gespannt, ob damit eine sogenannte „Erdwärtsmesse“ mithalten könnte. Zumindest die Wortmeldungen hier gehen in diese Richtung!
Herbert Herbert schrieb am 16. Juni 2019 um 12:58:
Ich finde es geradezu bemerkenswert, wenn Larissa ganz grundsätzlich feststellt, dass es für sie und andere keine Verbindung zwischen ihrer persönlichen Lebenswirklichkeit und der „Messe“ gäbe. Ich muss gestehen, ich wäre bis vor kurzem auch nicht entfernt auf die Idee gekommen, dass es zwischen „Messe“ und mir überhaupt so etwas wie einen Zusammenhang geben könnte. Früher bist hingegangen, weil das halt immer so war und alle anderen in deinem Umfeld das auch getan haben. Niemand kam auf die Idee, darüber nachzusinnen, was der Sinn des Ganzen sein soll und ob es überhaupt sinnvoll ist? Weder die Pfarrer und schon gar nicht ihre Schäflein. Weil man das eben immer so gemacht hat. Gott sei Dank erleichterte einem die schöne Musik diesen sonntäglichen Pflichtbesuch.
Und wenn irgendwann in dir der ketzerische Gedanke Gestalt annehmen sollte, sich schlicht und einfach dieser Sonntagspflicht zu entledigen, um die Zeit mit etwas Erfreulicherem herumzubringen, hast du gleichzeitig gewusst, was dann auf dich wartet: ewige Höllenstrafe! So einfach lagen die Dinge einmal.
Als das Spiel „Zucker und Peitsche“ irgendwann nicht mehr so richtig gegriffen hat, ging von da an flugs keiner mehr hin. Bis auf die, die eh schon immer....etc.
Eh schon wissen. So einfach liegen die Dinge heute.
Aber so einfach ist das anscheinend dann doch wieder nicht! Klar, so ein alter, verstaubter Hut wie die Messe funktioniert zu Recht nicht mehr. Da ist aber die Kirche selbst schuld. Die hat wesentlich dazu beitragen, den Messe-Karren an die Wand zu fahren.
Aber das enthebt mich nicht der Klärung der existentiellen Frage, was haben wir anstelle des Weggeworfenen nun in den Händen, um unser Leben neben all den keineswegs gering einzuschätzenden Lustbarkeiten doch auch zumindest ein wenig mit Sinn zu bereichern? Wenn ich mich da in meinem näheren Umfeld umsehe, dann fällt die Antwort ernüchternd aus. Wenig! Im schlimmsten Fall gar nichts!
Der große Seelendoktor und Therapeut C.G. Jung hat zum fassungslosen Erstaunen seiner Zunft gesagt: wenn ein Mensch die „religiöse Frage“ nicht befriedigend für sich löst, wird er längerfristig ernsthafte Probleme bekommen. Ich kann davon ganz persönlich ein Lied singen!
Umso spannender finde ich daher die Ansätze, die Peter Jan Marthé weiter unten zumindest mal sachte andeutet. Die alte, verstaubte, fast möchte ich sagen abgetakelte „Heilige Messe“ sei alles andere als megaout?
Na, da bin ich mal echt gespannt, Herr Marthe!
Ruth Ruth schrieb am 15. Juni 2019 um 14:58:
Es ist nun wohl so, dass wo mein Herz von Freude erfüllt, mein Leben ist. Und wenn meine Seele dürstet nach Gott, dem Quell meiner Freude, so werde ich voll Sehnsucht "zum Altare Gottes treten", wie der Psalmist singt. Und nicht nur gelegentlich, sondern als Ursprung meines Lebens. Und dann werde ich mich halt auf den Weg machen müssen. Und je nach Gestimmtheit kanns eine einfache Dorfkirche sein oder die Kathedrale von Chartres z.B.. Leider hängen und stehen die geschändeten Leiber der Märtyrer in unserem Kulturkreis um jeden Altar herum, zuweilen auch diese roten, blechernen Herzen mit Stacheldraht, wie überhaupt Folterwerkzeuge jeglicher Art, vom Schwert bis zum Rad. Hab gelernt es hin zu nehmen als epochalen Ausdruck einer verirrten und gelehrten Priesterschaft.
"Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott" und wenn " mir das Herz übergeht, wenn ich daran denke, wie ich zum Hause Gottes zog in festlicher Schar, mit Harfenspiel und Trompetenklang, mit Jubel und Dank in feiernder Menge", so der Psalmist, dann ist für mich die Zeit gekommen, wieder einmal nach einer Erdwärtsmesse Ausschau zu halten. Dort wird von nichts anderem gesungen. In voller Länge.
Sven Sven schrieb am 15. Juni 2019 um 12:58:
Ich bin ansonsten ein Hardcore-Fan der Gottesdienste in St. Maximilian in München. Pfarrer Schießler, der Pop-Star unter Münchens Pfarrern hat mit seiner charismatischen Art, die Messe zu feiern – „Viecherlmessen“, „Geburtstagsparty für das Jesuskind“ etc. – für enorme öffentliche Erregung gesorgt. Kein Wunder, dass die Kirche bei ihm immer randvoll ist, was man ansonsten von Münchens Kirchen nicht unbedingt behaupten kann.
Vergangenen Oktober hat mich ein Freund überredet, mit ihm zu einer sogenannten „Erdwärtsmesse“ nach Hall in Tirol zu fahren, um einmal etwas ganz anderes auszuprobieren.
Natürlich war ich zuerst extrem skeptisch. Aber es hat nicht lange gedauert und dann hat es mich voll gepackt. Soetwas an Klangwucht habe ich noch nie zuvor in einem Gottesdienst erlebt. Das ist doch noch ein ganz anderes Kaliber! Aber es war nicht allein diese Klangwucht, die mich umgehauen hat.
Auf der Heimfahrt habe ich dann mit meinem Freund ausgiebigst über das eben Erlebte diskutiert. Wir waren uns weitgehend einig. Die „Erdwärtsmesse“ ist das genaue Gegenteil von „modern“ und wirkt doch moderner als fast alles, was du heute in den Kirchen an harmlosem Leichtgewicht aufgetischt bekommst. Pfarrer Schießlers Messen reißen sicher mit. Dem steht ja auch diese Messe um nichts nach. Aber bei dieser Haller „Erdwärtsmesse“ hat noch etwas anderes in mir räsoniert, das mich irgendwie aus dem Konzept gebracht hat.
Keine Frage, da muss ich einfach dranbleiben – und auf eine nächste „Erdwärtsmesse“ hoffen.
Peter Jan Marthé Peter Jan Marthé schrieb am 15. Juni 2019 um 01:25:
Obwohl ich mit der Website-Administration strikt vereinbart habe, dass ich mich hier auf den „Feedbacks“ nicht einbringen werde – dafür ist eben dann später der Blog da, wenn er einmal geöffnet wird –, muss ich mein Versprechen jetzt schon ein zweites Mal brechen. Aber angesichts der so positiven Entwicklung hier, kann ich eben nicht anders. Sorry!

Es sind vor allem zwei Postings, die mich innerlich sehr aufgewühlt haben:
Der Eintrag von Stella einerseits und dann der von Larissa:

„......und dann hast du plötzlich ein massives Problem. Zumindest ich, die ich Theologin und Religionslehrerin in einer Großstadt bin und Jugendlichen die Messe als „Quelle des Lebens und Höhepunkt der christlichen Glaubenspraxis“ verkaufen soll. Denn genau das interessiert heute im Grunde niemand mehr außer vielleicht der rapide schrumpfenden Schar jener treuen Gläubigen, die nichts hinterfragend alles tun, weil es immer schon so war....
....von einer vorgegebenen „Ideologie“ (sprich Glaubenslehre) kannst du eben auf Dauer nicht leben....
.....irgendwann konnte ich nicht länger wegschauen, dass ich auf eine handfeste persönliche Krise zusteuerte. Bleiben oder Gehen?.....“

Wie kann man da als mündiger Christ einfach seine Hände in den Schoß legen und die „Verschlusssache Christentum“ länger allein den oberen Führungsetagen überlassen? Keine Sorge, ich rate zu keinen Demos! Die bringen selbstverständlich überhaupt nichts. Aber es gibt schon ein sehr potentes Mittel, um Wind zu machen und starke Zeichen zu setzen: gemeinsam singend und gemeinsam feiernd „Kathedralen der Klänge“ bauen! Das ist nicht nur das Motto einer jeden Erdwärtsmesse. Gemeinsam kraftvolle Gesänge intonieren und gemeinsam feiern, das verbindet und macht stark. Nicht von ungefähr lautet der achte Refrain der Erdwärtsmesse: „Herr, bleib bei uns mit deiner Kraft, die in uns Mut und Hoffnung macht“. Nicht nur einmal in der Geschichte sind Tyrannen nicht mit Kanonen, sondern mit einer einzigen Melodie hinweggefegt worden. Va, pensiero.......!

Ich bin immer wieder fasziniert, was für erstaunliches Potential unsere alten Kindermärchen enthalten, das in unseren tiefsten Seelenschichten eine enorme Resonanz auszulösen vermag. Weil sie eben etwas in uns ansprechen, was uns existentiell betrifft. Und dazu benutzen sie ganz einfache Symbole, Bilder, Worte und Episoden, um unser Herz in Resonanz versetzen.
Hey, Märchenonkel, was hat das jetzt mit der „Messe“ zu tun? Mehr als du denkst, Genosse! Denn gerade auf die Messe passt nichts so sehr wie die Geschichte vom mausgrauen Aschenputtel, das irgendwo einsam in einer Ecke kauert und dem niemand mehr Beachtung schenkt. Fürs Erste. Aber das ist längst nicht alles!

Ja, genau, Basil! Auch mir selbst bleibt diese sehr schmerzvolle und bittere Erfahrung nicht erspart, wenn ich in den Künstlerkreisen, in denen ich mich im Gegensatz zu früher heute wesentlich seltener bewege, von meinem großen Lebensthema, die „Messe“ zu reden (und vor allem zu schwärmen) beginne. Dass ich nämlich dann selbst unter guten Freunden dieselben Blicke der Peinlichkeit und Betretenheit zu spüren bekomme, die ich ebenfalls ernte, wenn ich in katholischen Kreisen die „Esoterik“ anspreche und die schlichteren christlichen Gemüter zum Weihwasserbesen greifen.

Wie auch immer. Fakt ist, dass die Messe irgendwann – warum auch immer – zum „Aschenputtel“ geworden ist! Man schämt sich, mit ihr öffentlich in Verbindung gebracht zu werden.
Aber das ist bekanntlich nicht alles! Das Märchen endet ja ziemlich spektakulär! Aschenputtel wird wie ein Phönix aus den Niederungen des Verkannt-, Verstoßen- und Ausgegrenztseins hochfliegen und Königin werden! „Es“ wird wieder zu dem, was es ja eigentlich immer war!

Aschenputtel ist für mich die Messe! Diese „Vision“ verfolgt (und peinigt) mich jetzt schon seit einigen Jahren. Genauer seit dem Tag, an dem die Erdwärtsmesse das Licht der Welt erblickt hat.

Möglicherweise ist eine solche „Vision“ auch total verrückt. Spinner! Fantast! Traumtänzer! Realitätsverweigerer! etc. Lauter Wörter, die ich immer wieder aus meinem näheren Umfeld zu hören bekomme. Warum vergeudest du deine Kraft ausgerechnet an Dinge ohne Zukunft.... etc. etc.
Aber wer weiß! Die Anfänge von großen Bewegungen haben zunächst immer als den Zeitgenossen höchst suspekte Spinnereien begonnen.

Wie auch immer, Tatsache ist, dass seit einem guten halben Jahr die Erdwärtsmessen in den Herzen vieler Menschen sehr starke Resonanzen hervorgerufen haben. Diese werden sich bündeln und wenn einmal eine gewisse kritische Masse erreicht ist, wird daraus früher oder später eine machtvolle Bewegung entstehen.

Diese Vorahnung meinerseits entbehrt natürlich nicht einer soliden Grundlage. Wie ich schon weiter unten geschrieben habe, teile ich mit vielen großen Künstlerkollegen – zeitgenössische wie auch solche aus früheren Generationen – die Ansicht, dass die Messe das größte Kunstwerk aller Zeiten ist. Dass sie eben nur im Lauf der Zeit heruntergewirtschaftet wurde. Ja, dass sie eigentlich die Mutter aller Kunst ist. Oder richtiger: war! Dann sollte sie dieses auch wieder werden!

Für mich ist Kunst weder L´art pour l´art-Spielerei noch ästhetischer Selbstzweck, sondern permanenter LOBPREIS!
Dazu haben wir Menschen ja tatsächlich allen Grund, wenn wir uns einmal etwas Zeit für uns selbst nehmen und zumindest für einen Augenblick innehalten, um darüber nachzusinnen, wer wir wirklich sind und welche Stellung wir in diesem unfassbaren Kosmos einnehmen.
J. S. Bach hat diese innere Haltung der Anbetung in drei elementare Buchstaben gefasst: SDG. Soli Deo Gloria. Immer zur Ehre Gottes. Klarer geht´s nicht! Und er ist neben Beethoven der größte aller Künstler!

Und dann gibt es auch noch einen zweiten triftigen Grund, dass ich, was meine „Vision“ betrifft, gar so zuversichtlich bin. Und das trotz des so massiven Widerstandes kirchlicherseits.
Aber das schreibe ich ein andermal......
Frank Frank schrieb am 14. Juni 2019 um 21:52:
Ich lache mich doch tatsächlich kaputt! Google nach „Erdwärme-Energiesysteme“ und finde mich in einer „Erdwärtsmesse“ wieder! Zwar meilenweit entfernt von meinen Bedürfnissen, es hat mich aber dann doch ein bisschen neugierig gemacht. Bei Google habe ich dann auch gleich zwei Videoclips entdeckt. Brixen und Stephansdom in Wien. Echt beeindruckend!
Beeindruckend allerdings auch, was ich da sonst hier so lese. Bitte, wie??? Zehn Jahre gibt es diese „Erdwärtsmesse“ schon??? Und füllt tatsächlich die Kirchen, wie auf den Clips zu sehen ist? Und die Leute tun alle mit voller Begeisterung mit? Und dann ist diese Messe trotzdem relativ wenig bekannt, weil sie von den eigenen Capos behindert wird???
Himmel, Herrgott, Sakrament, ich bin mit Leidenschaft Unternehmer und wenn ich dann so etwas höre, wo vorhandenes Potential mutwillig ausgebremst wird, noch dazu zum eigenen Schaden!!! – immerhin sollen ja die Kirchen ansonsten fast leer sein – dann stellt es mir die Haare im Nacken auf.
Andererseits wieder mal eine Bestätigung dafür, wie recht ich hatte, rechtzeitig aus diesem Bremser-Verein ausgetreten zu sein. Es lebt sich so um vieles besser.
Ricarda Ricarda schrieb am 14. Juni 2019 um 20:58:
Me too! Auch mir sprichst du ganz aus der Seele, Stella! Danke für deinen Anstoß! Ich weiß auch aus meinem Bekanntenkreis von einigen, die gleiches empfinden, aber vergeblich suchen. Darunter sogar auch männliche Wesen, man glaubt es kaum! Ich wusste von einer „Messe von Peter Jan Marthé“ bis jetzt nichts. Danke für diesen wertvollen Hinweis! Jetzt weiß ich wenigstens, wonach ich in Zukunft konkret Ausschau halten werde. Die vielen Postings hier machen wirklich neugierig. Da wird es sicher auch noch sehr viele andere geben. Das Ganze hat Potential. Warum eigentlich nicht in Zukunft richtige Walfahrten organisieren zu einer solchen Messe?
Max Max schrieb am 14. Juni 2019 um 10:18:
Da schau her, eine hochinteressante Auseinandersetzung, die hier stattfindet. Noch dazu über ein „Thema“, das heute sowas von megaout ist wie dieses komische Relikt katholische Messe. Auch ich persönlich hab damit wenig am Hut. Aber eines verstehe ich einfach nicht, oder ich steh´ irgendwie auf der Leitung: wenn die sogenannte „Erdwärtsmesse“, die ich nicht kenne, ein angeblich so hochpotentes Wundermittel gegen den Besucherschwund in den Kirchen ist, wie hier behauptet wird – warum stürzt sich dann die kirchliche Nomenklatura nicht mit Vehemenz darauf, sondern behindert ganz im Gegenteil das Ganze eher, wie hier zu lesen ist? Würde nicht bei jedem wirtschaftlich arbeitenden Unternehmen eine solche selbstschädigende Absurdität umgehend zum Hinauswurf der Chefitäten führen?
Gudrun Gudrun schrieb am 14. Juni 2019 um 09:38:
„.....nach Diskriminierung von sehr überzeugten Katholiken und fehlender priesterlicher Authentizität ist die Messe von Peter Jan Marthé die einzige Möglichkeit, mich wieder in einer Kirche wohl, geborgen und angebunden an die göttliche Welt zu fühlen....“
ME TOO!!! DANKE, STELLA!
Larissa Larissa schrieb am 14. Juni 2019 um 08:55:
DIE WIEDERENTDECKUNG DES LEBENDIGEN!

„......was ist wirklich drinnen in einer Messe?“, fragt sich immerhin Horst noch. Das wäre eigentlich für alle ChristInnen eine Frage des Überlebens unseres Glaubens. Die Realität sieht anders aus. Deinen Tod, o Herr verkünden wir und deine Auferstehung preisen, das ist bekanntlich die offizielle Lehrmeinung über den Sinn der Messe.
Und dann hast du plötzlich ein massives Problem. Zumindest ich, die ich Theologin und Religionslehrerin in einer Großstadt bin und Jugendlichen die Messe als „Quelle des Lebens und Höhepunkt der christlichen Glaubenspraxis“ verkaufen soll. Denn genau das interessiert heute im Grunde niemand mehr außer vielleicht der rapide schrumpfenden Schar jener treuen Gläubigen, die nichts hinterfragend alles tun, weil es immer schon so war.
Von einer vorgegebenen „Ideologie“ (sprich Glaubenslehre) kannst du eben auf Dauer nicht leben. Und irgendwann musste ich mir eingestehen, dass die Messe immer weniger „Quelle des Lebens und Höhepunkt der christlichen Glaubenspraxis“ für mich war, weil ich selbst zwischen dieser vorgegebenen „Ideologie“ und meiner eigenen Lebenswirklichkeit keinen persönlichen Bezug mehr herstellen konnte.
Also wendete ich mich – wie vieler meiner KollegInnen auch – alternativen pastoralen „Zukunftsmodellen“ zu. Soetwas wie „eucharistische Wortgottesdienste“ z.B....
Wenn wir ehrlich sind, dann ist das aber nur eine plumpe Täuschung der Menschen. Die spüren das auch und bleiben weg. Wenn Christus uns die „Fülle des Lebens“ versprochen hat, dann muss diese „Fülle“ zu allererst einmal in der Messe, dem sogenannten „Höhepunkt der christlichen Glaubenspraxis“ spürbar und konkret erfahrbar sein, Glaube hin oder her!
Irgendwann konnte ich nicht länger wegschauen, dass ich auf eine handfeste persönliche Krise zusteuerte. Bleiben oder Gehen?
Aber dann fiel mir zufällig das Buch von Peter Jan Marthé „Die heilige Messe - kultisch, sinnlich, szenisch, mystisch“ in die Hände. Für mich war das wie ein großer Befreiungsschlag. Plötzlich gab es einen persönlichen Bezug zwischen der Messe und MEINER Lebenswirklichkeit. Nicht länger war der Mensch für die Messe da, sondern die Messe für den Menschen. Und zwar für jeden Einzelnen auf ganz persönliche Weise! Jesus Christus hat uns mit dem Geschenk des „Herrenmahles“, aus der dann im Lauf der Zeit eben die uns bekannte „Messe“ geworden ist, die Tür aufgemacht.
Liturgie war für mich nicht länger „Gottesdienst“, den wir Gott gegenüber schulden, sondern Gottes Dienst an UNS! Gott selbst führt uns in der Messe im schrittweisen Durchschreiten der „Acht heilsamen Räume“ wie damals die Israeliten durchs „Rote Meer“, d.h. durch alle persönlichen Höllen, durch alle Höhen und Tiefen, bis wir sicher im „Gelobten Land“ angekommen sind, wo DEIN Leben mit allem Drum und Dran immer wieder neu vollständige Heilung und Wandlung erfährt.
Die Messe – ein „unblutiges Opfer“, wie uns gelehrt wird? Nein, für mich sicher nicht mehr. Vielmehr ein freudvolles Fest der Begegnung mit Gott. Es war eine atemberaubende Erfahrung. Es war die Wiederentdeckung des LEBENDIGEN!
In einer „Erdwärtsmesse“ kann ich dieses „Fest der Begegnung mit Gott“ immer wieder feiern und vor allem mit vielen anderen teilen. Schade daher, dass bei uns in Bayern die sogenannten „Erdwärtsmessen“ noch so selten sind. Gott sei Dank ist Tirol nicht allzu weit entfernt. Also pilgern meine Freunde und ich immer wieder dorthin.
Wer also einen verstaubten, aus der Mode gekommenen Schatz wieder für sich heben will, dem sei dieses Buch dringlichst ans Herz gelegt! Es ist nebenbei auch sehr spannend zu lesen.
Stella Stella schrieb am 13. Juni 2019 um 19:32:
Nach Diskriminierung von sehr überzeugten Katholiken und fehlender priesterlicher Authentizität ist die Messe von Peter Jan Marthé die einzige Möglichkeit, mich wieder in einer Kirche wohl, geborgen umd angebunden an die göttliche Welt zu fühlen.
Horst Horst schrieb am 13. Juni 2019 um 11:33:
Mein ganz starkes, unvergessliches initiatorisches Erdwärtsmesse-Erlebnis war Hall i. Tirol vergangenen Oktober. Einfach gewaltig! Zumindest was die musikalische Seite betrifft. Dieser pompöse Klang der Orgel in Verbindung mit den fulminanten Blechbläsern und der Percussion-Truppe war sowas von grandios. Auch der Chor – der übrigens um vieles voluminöser daherkam, als es seiner realen Mitgliederanzahl entsprach – blies nur so den muffigen Staub von den heiligen Gesimsen ins Kirchenschiff hinunter!
Als jedoch der Priester vorn am Altar just seine schräge Gegenwelt hochzuziehen begann mit seinem abgehobenem, meilenweit lebensfernen Geschwafel von Kreuz und Leiden, „Kreuzerhöhung“, Opfer, Schuld, Sühne ect., da wollte ich sofort wieder die Flucht ergreifen.
Gott sei Dank, dass ich es dann doch nicht getan habe.....
Einmal abgesehen von diesem überflüssigen Gesabbere vorne war ich irgendwie irritiert. Aber im positiven Sinn. Ich frage mich bis heute, was ist wirklich dran an einer „Messe“ – oder besser: drinnen, was einen so mächtig anspricht? Ich meine damit nicht den ästhetischen Genuss wie bei einem schönen Konzert, sondern etwas viel Tieferes. Nämlich dass da eine ganz merkwürdige Sehnsucht hochkommt.
Vielleicht habe ich einmal das Glück, eine „Erdwärtsmesse“ miterleben zu können, wo „alles stimmt“, wie da unten zu lesen ist – und weiß dann mehr?
Bernhard Bernhard schrieb am 13. Juni 2019 um 08:58:
„Volksmesse“? Segen oder Fluch von Google? Wie sonst komme ich ausgerechnet auf diese Seite hier? Aber bevor der Alltagsrummel dich wieder so richtig am Kragen packt, wollte ich eben doch mal schnell einen Blick auf etwas so Schräges werfen, was mit einer „Volksmesse“ (ich lach mich schief!) im normalen Sinn so gar nichts zu tun hat. Eher das totale Gegenteil ist der Fall!
Das ist ja im Prinzip irre, was hier abläuft! Zumindest sehe ICH das so, der ich mich als praktisch orientierten, vernünftigen Menschen betrachte. In einer Welt, in der du es dir kaum mehr leisten kannst, etwas anderes denken, als bloß nicht aus dem System fallen, bloß nicht irgendwie überhaupt auffallen, bloß nicht etwas sagen oder denken, was dich verdächtig machen könnte, bloß nicht den Anschluss verlieren, wird hier euphorisch über etwas geschwärmt, was eigentlich an Absurdität kaum mehr zu überbieten ist.
Was für ein anachronistisches Theater! Da laufen Leute in einem meistens recht auffälligen, öffentlichen, anderwärtig besser nutzbaren Bauwerk in komisch anmutenden Klamotten herum, sie hantieren mit musealen Gegenständen, vollführen seltsame Handlungen und rezitieren und singen abgehobene Texte, die mit meiner Lebenswirklichkeit absolut nichts zu tun haben!
Aber im selben Augenblick kommen da Erinnerungen aus längst vergangenen Tagen wieder hoch. Mensch, ich war ja selbst einmal Ministrant. Und mit einem Schlag erinnere ich mich auch wieder daran, wie ergriffen ich manchmal als Bub war und dass ich dann immer nur mühsam die Tränen wegdrücken konnte, wenn ich diese brausende Orgel gehört und mit solchem Stolz beim „Großer Gott“ das Weihrauchfass geschwungen habe.
Klar, es war damals echte Ergriffenheit! Etwas, das man sich heute kaum mehr leisten kann.
Aber das ist ja leider heute alles passé. Es ist viel anders geworden heute. Gelegentliche Wiederbelebungsversuche solcher „mystischen“ Anwandlungen habe ich schnellstens wieder abgebrochen. Irgendwie ist der Zauber aus den Kirchen verschwunden. Oder liegt das eher daran, dass man als Erwachsener sich mehr und mehr diesen Dingen verschließt? Ich weiß es nicht.
Aber dann wieder....... wieso schreiben dann die Leute hier sooooo euphorisch??? Da muss schon etwas dran sein....
Aber Hut drauf! Auf alle Fälle ein herzliches Danke an euch hier! Nämlich für die seltene Gelegenheit, zumindest mal für einen kurzen Atemzug innehalten zu können und sich daran erinnern, was wir im Lauf des Lebens so alles leichtfertig hergeben. Um was dafür zu bekommen?
„Erdwärtsmesse“? Das werde auch ich mir jedenfalls merken!
Dominik Dominik schrieb am 12. Juni 2019 um 09:36:
Hallo ihr Lieben hier! Urkomisch! Wie eine Jungfrau zum Kind komme ich auf diese Website hier. Nicht zu glauben! Einfach genial, wer immer auch der Urheber dieser Idee ist!
Suchbegriff „Volksmesse“!!! Und dann landest du bei einer ....KATHOLISCHEN „MESSE“!!! Geht’s noch schräger?
Aber marketingstrategisch echt genial. Gratulation!
Aber das grundsätzliche Problem, das ihr dabei habt, ist die unterschiedliche Attraktivität der beiden Gegenstände. „Volksmessen“ im üblichen Sinn sind der beliebte Renner für Alt und Jung und Anziehungspunkt für Hundertausende. Was man vom dem, was ihr so im Allgemeinen unter „Messen“ anbietet, nicht unbedingt behaupten kann.
Allerdings – was ich da weiter unten zum Thema lese, klingt echt nicht schlecht!!! Einen Hauch von „Mystik“ braucht irgendwie jeder Mensch. Die moderne Unterhaltungsindustrie hat darauf auch entsprechend erfolgreich reagiert. Sogar die Werbung hat dieses Thema massiv für sich genutzt. Ja vielleicht auch sogar von euch gestohlen. Aber eure kirchenamtlichen Drahtzieher sind offenbar in tiefen Komaschlaf versunken.....
Immerhin! „Erdwärtsmesse“ hat was! Werd´ ich mir mal genauer anschauen.
Irina Irina schrieb am 12. Juni 2019 um 08:24:
Gott sei Dank hat mich eine Freundin auf diese neue Homepage hier aufmerksam gemacht! Ich empfinde sie wie Balsam für die Seele.
Wenn Basil schreibt: „...es ist leider traurige Realität, die Messe“ ist heute kein Thema mehr! Mehr noch, oftmals löst es ungläubiges Staunen, ein Gefühl der Peinlichkeit wenn nicht gar Befremden aus, wenn du irgendjemandem von der Faszination erzählst, die „Die Messe“ auf dich ausübt.....“ – dann spricht er mir damit aus der Seele.
Ich hatte das Glück, schon einige Erdwärtsmessen miterleben zu können. Im Innsbrucker und Brixner Dom, Innsbruck-St. Nikolaus und vor allem in Hall, die ich als besonders stark empfunden habe. Mit jedem Mal ist mir dabei immer auch etwas Neues aufgegangen, was Messe wirklich ist. Staunen nur kann ich und staunend mich freuen!
Umso schlimmer ist es, wenn du diese so beglückenden Erfahrungen mit niemandem in deinem Umfeld teilen kannst, weil mehr oder weniger alle die Messe als etwas total Verstaubtes ansehen. Zwar kann ich nachvollziehen, dass irgendetwas Gravierendes schief gelaufen sein muss, wenn es diese Massenflucht aus der Kirche gibt. Aber umgekehrt gibt es eben auch so etwas wie die Erdwärtsmessen, die die Kirchen wieder füllen. So what?
Und dann auch noch alle diese begeisterten Postings hier!!! Aber was nützt das alles gegen dieses deprimierende Gros der Vorurteile? Gibt es da gar keinen Weg, den Spieß umzudrehen? Oder ist vielleicht doch der Zug endgültig abgefahren? Das wäre allerdings sehr traurig!
Berta Berta schrieb am 10. Juni 2019 um 17:54:
Das, was wir bei der Erdwärtsmesse in Zams wieder erleben durften, ist wahrer Gottesdienst.
Die Großartigkeit, die Herrlichkeit Gottes erdwärts zu holen und unsere Herzen himmelwärts zu erheben, sich so sehr zu verbinden - und auch mit den Menschen rundherum, den Sängern, Musikern, mit dem Dirigenten, mit dem ganzen Gottesvolk sich zu verbinden, das ermöglicht die Musik von Peter Jan Martè.
Dies berührt das Tiefste oder Höchste in mir und lässt ein Glücksgefühl aufkommen, welches unbeschreiblich ist.
Das Glück, da mitwirken zu können, ja mitten drin zu sein in dieser Verbundenheit, so etwas erleben zu dürfen, das erfüllt mich immer, immer wieder mit tiefer Dankbarkeit.
So viel Segen fließt durch Peter und seine Musik auf die Welt!
Möge sich das immer mehr verbreiten, mögen viele, viele Menschen damit in Berührung kommen!
Basil Basil schrieb am 10. Juni 2019 um 13:31:
KEIN THEMA MEHR?

Es ist leider eine traurige Wahrheit, was in dem Beitrag von Peter Jan zu lesen ist, die Messe“ sei heute kein Thema mehr! Mehr noch, oftmals löst es ungläubiges Staunen, ein Gefühl der Peinlichkeit wenn nicht gar Befremden aus, wenn du irgendjemandem von der Faszination erzählst, die „Die Messe“ auf dich ausübt.
Soweit ich mich zurückerinnern kann, hat „Die Messe“ mich in ihren Bann gezogen. Als Jugendlicher bin ich total auf das Mystische abgefahren, das „Die Messe“ einmal gehabt hat.
Obwohl ich heute keinen Gottesdienst mehr besuche, gehört für mich immer noch eine spirituelle Grundhaltung zum Leben dazu. Ich bin Christ, „katholischer“ Christ und sehr dankbar dafür, dass meine Eltern mir ihren Glauben weitergegeben haben. Dazu gehörte eben auch eine innige Beziehung zur Messe.
Umso schmerzlicher hat es mich dann später berührt, die brutale Demontage „Der Messe“ durch die sogenannte große „Liturgiereform“ und ihre Folgen miterleben zu müssen.
Nicht durch den Skandal der Missbrauchsfälle hat die Kirche mit Pauken und Trompeten ihre Selbstdemontage eingeleitet, sondern durch die Zerstörung des „Herzstücks unseres Glaubens“: „Die Messe“, davon bin ich felsenfest überzeugt.
Als ich jetzt eher zufällig über diese Website hier gestolpert bin, hat mich meine Kindheit spontan wieder eingeholt. Ich habe plötzlich wieder ganz unmittelbar diese ungeheure Freude gespürt, wenn ich als Vierzehnjähriger sonntags aufgewacht bin und an „Die Messe“ gedacht habe, die ich jetzt gleich wieder erleben werde. Es war für mich ein Zauberspiel, das mich immer wieder in eine ganz andere Welt führte, wo ich dann immer so glücklich bin.
Heute weiß ich natürlich, was mich damals als Jugendlichen gar sosehr fasziniert hatte. Die Messe hatte damals noch eine sehr „sinnliche“ Komponente. Es gab viel zu schauen, zu hören, zu fühlen, zu erleben. Bei den großen Festtagsmessen ist mir oftmals echt Hören und Sehen vergangen. Du hast geahnt, dass es da um etwas Großes geht, auch wenn du nicht alles verstanden hast. Etwas, das weit über deinen Horizont hinausgeht.
Aber ist das nicht genau dasjenige, was in uns dann eine tiefe Sehnsucht erzeugt? Sowie dies ja auch Kunstwerke vollbringen?
Pragmatische Realisten sind mir immer schon ein Gräuel gewesen. Und lange Zeit habe ich geglaubt, dass ich so ziemlich der einzige auf diesem Planeten bin, der so empfindet.
Aber wenn ich die Beiträge hier so lese, dann komme ich doch wieder ins Staunen. Dann gibt es offenbar da draußen doch auch Gleichgesinnte? Schön!
Also, „Die Messe“ kein Thema mehr? Offensichtlich doch noch nicht so ganz! Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.
Reinhard Reinhard schrieb am 10. Juni 2019 um 11:47:
Und wieder eine Erdwärtsmesse - diesmal in Kematen - klein, aber fein. Beachtlicher Chor, virtuose Bläser und strahlende, fröhliche Gesichter nach dem gemeinsamen Gottesdienst. Ein wahrliches Pfingstfest. Fast könnte man meinen, die Welt könnt nicht besser sein.
Rosi Rosi schrieb am 10. Juni 2019 um 08:55:
Das war gestern ein Pfingstsonntag so ganz nach meinem Geschmack. Ein Jubilieren und Gott lobpreisen mit der erdwärtsmesse in der Pfarrkirche in Kematen und anschließend ein nettes Zusammensein im Freundeskreis. So etwas habe ich mir seit meiner Jugend immer gewünscht.
In meinem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, hatte ich immer eine große Sehnsucht, dass ich mit den Menschen, mit denen ich Gottesdienst feiere auch sonst eine Gemeinschaft erleben kann. Doch jeder blieb für sich. Mit den Menschen, die immer wieder die erdwärtsmesse feiern, habe ich diese Gemeinschaft gefunden. Das gemeinsame Singen verbindet, sodass auch im alltäglichen Leben diese innige Herzensgemeinschaft bleibt. Das ist für mich Gottesdienstfeiern: Eintauchen können in eine tiefere Dimension unseres Lebens, immer mehr zu dieser göttlichen Quelle vordringen, aus der die „Wasser des Lebens“ strömen. Komponist Peter Jan Marthé hat mit seinen Gesängen acht Räume der Gottesbegegnung geschaffen. Dieses Bild vom Durchschreiten der Räume ist für mich eine Möglichkeit etwas in Worte zu fassen, von dem „Unsagbaren“, das wir in der Feier der hl. Messe erleben. So kann ich es auch im Religionsunterricht meinen Volksschulkindern vermitteln. Wir betreten im Eingangslied einen heiligen Raum, gehen weiter bis tief hinein in das große Geheimnis, wo wir dann im Lied singen und hören: „Wer mich liebt, der bleibt in mir…und ich in ihm!“ Ich habe die Refrains schon so oft gesungen, dass sich bei diesen Worten der Klang der Musik ausbreitet und ich auch jetzt in diesem Augenblick hineingenommen werde in diese innige Liebe. Das ist für mich spirituelle Heimat, die sich ganz konkret in meinem alltäglichen Leben bewährt.
Peter Jan Peter Jan schrieb am 8. Juni 2019 um 21:01:
FEUER AM DACH !!!

Lieber Stefan,

als ich von deinem Posting hier in Kenntnis gesetzt wurde, habe ich lange hin und herüberlegt, ob ich mich öffentlich zu Wort melden soll oder nicht. Deine ebenso mutigen, offenherzigen wie auch mitreißenden Zeilen (du hängst dich hier ziemlich weit aus dem Fenster! Dreimal Chapeau!!!) haben jedoch sehr schnell meine Bedenken zerstreut.

Es beeindruckt mich tief, dass ein junger Theologe und Kirchenmusiker so klar Stellung bezieht zu einem Thema, das gemäß der neuesten statistischen Erhebungen für beinahe neunzig Prozent der Christenmenschen heute eben KEIN Thema mehr ist: die Heilige Messe (oder Eucharistie oder Göttliche Liturgie)!

Du schreibst „.....ich würde mich gerne auf eine Diskussion mit ihm einlassen.“
Einverstanden! Dann erlaube mir, den Anfang zu machen.
Du schreibst also, dass für dich als Christ und Kirchenmusiker der Sinn von Liturgie genau darin liegt, den Menschen Erfahrung mit Gott zu ermöglichen, die Menschen durch die Liturgie in Beziehung mit Gott treten zu lassen.

Wunderbar! Das kann ich nur voll und ganz unterschreiben! Aber der Motor kommt sogleich mal ganz schnell ins Stottern, wenn wir als nächstes eine entscheidende Frage klären müssen. Schön und gut, durch die Liturgie die Menschen in Beziehung mit Gott treten zu lassen, aber: Messe ist eben nicht gleich Messe! Ganz im Gegenteil! WIE muss eine Liturgie gestaltet, ausgestattet, „inszeniert“ sein, dass dieses in Beziehung treten auch tatsächlich funktioniert? Denn wenn das alles eben keine Rolle spielen würde, wie die Institution nicht müde wird, zu versichern, warum dann diese gewaltige Massenflucht aus den Gottesdiensten?

Auch wenn Amtsträger der Kirche naturgemäß dazu neigen, vor den beinharten Fakten der Realität den Kopf in den Sand zu stecken – von keinem Geringeren als Papst Benedikt XVI. höchstpersönlich stammt der bemerkenswerte Sager (ich zitiere sinngemäß):
„Wenn es der Kirche nicht umgehend gelingt, das Problem einer kollabierenden Liturgie in den Griff zu bekommen, haben wir Feuer am Dach.“

Das Problem haben wir nicht in den Griff bekommen und das prophezeite Feuer ist längst zu einem veritablen Großbrand geworden.

Und das ist die Stunde der „ERDWÄRTSMESSE“, die irgendwann einmal vom Volk Gottes zur „DIE Volksmesse“ proklamiert wurde.

Du schreibst „.....ich sehe die EWM nicht als einzige Messe. Sie ist eine unter vielen.“

Sorry, aber da muss ich dich ganz entschieden korrigieren! Sie ist ganz sicher NICHT nur "eine unter vielen Messen"! Dieses geflügelte Wort im Zusammenhang mit der „ERDWÄRTSMESSE“ wird immer wieder gerne und schnell von so manchen Oberhirten und kirchlichen Funktionären verwendet, wenn sie sich dieses für sie unangenehmen Themas auf möglichst einfache Weise entledigen wollen. Das Volk Gottes dagegen sieht das ganz anders, wie wir inzwischen wissen. Siehe die vielen Postings hier!

Diese „ERDWÄRTSMESSE“ ist deshalb nicht „eine unter vielen“, weil sie auf einem ganz anderen Fundament aufgebaut ist, das es bisher so noch nicht gegeben hat. Und dieses Fundament besteht in einem grundsätzlich ANDEREN Zugang zu dem niemals wirklich auslotbaren Mysterium „Heilige Messe“, als wir im Römisch-Katholischen-Katechismus übermittelt bekommen.

Eine Blasphemie, solches überhaupt auch nur zu denken wagen, wie mir einmal die Generaloberin eines bekannten Frauenordens an den Kopf geworfen hat? Keineswegs!

Sowie der Mensch bekanntlich geistig, spirituell wächst, sich weiterentwickelt, sein Bewusstsein weitet, genauso wächst auch das Verständnis von „Dingen“, die für den Menschen existentielle Bedeutung haben.
Wir haben heute zur „Hohen Messe“ von J. S. Bach eine völlig andere Beziehung, ein unendlich tieferes Verständnis als die Menschen noch vor dreihundert Jahren. Warum sollte sich das Verständnis des zentralsten Mysteriums der Christenheit, die Heilige Messe/Eucharistie/Göttliche Liturgie nicht ebenso gravierend vertieft und geweitet haben?

Lehramt hin oder her, es geht schließlich und endlich nur um dich und mich in der tiefsten Tiefe unseres Herzens, wenn wir in der Heiligen Messe/Eucharistie/Göttliche Liturgie stufenweise d.h. "initiatorisch" die Acht heilenden Räume der Begegnung mit GOTT durchschreiten.
Die „ERDWÄRTSMESSE“ ist auch deshalb nicht eben nur „eine unter vielen Messen“, weil zu ihr neben den Gesängen und der „Magie der beseelten Klänge“ auch ein ganz eigenes „Text- und Ritualbuch“ gehört sowie eine speziell ausgeformte Dramaturgie, und erst im Zusammenspiel aller dieser Elemente die Grundlage für eine unmittelbare, authentische und heilende Begegnung mit GOTT geschaffen ist.

Fazit: es geht also keineswegs um die Profilierungssucht und den Absolutheitsanspruch oder wenn nicht gar Größenwahn eines einzelnen, überkandidelten Künstlers, sondern darum, dass wir gemeinsam alles in Gang setzen, was wir aufzubieten haben, um das HERZSTÜCK unseres Glaubens, den größten spirituellen Schatz, den wir haben (und der übrigens auch konkurrenzlos ist!) – das größte Kunstwerk aller Zeiten, die Heilige Messe/Eucharistie/Göttliche Liturgie – wiederzubeleben, damit jene ungeheure Passage des Paulus nicht nur eine leere Phrase bleibt, sondern eben durch die Heilige Messe/Eucharistie/Göttliche Liturgie umwerfende Wirklichkeit werden kann:
„Kein Auge hat jemals gesehen, kein Ohr hat es je vernommen, selbst die allerkühnste Fantasie eines Menschen vermag sich nicht annähernd auszumalen, was GOTT für die bereithält, die sich IHM in Liebe nähern.“
1 Kor 2,9

Wozu sollte die Heilige Messe/Eucharistie /Göttliche Liturgie sonst da sein, wenn nicht dafür, diese überwältigende Erfahrung allen Menschen zu schenken, die danach Sehnsucht haben?

Peter Jan Marthé
Komponist der „ERDWÄRTSMESSE“