Die Messe ist tot. Es lebe die Messe!

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Karin
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Re: Die Messe ist tot. Es lebe die Messe!

Beitrag von Karin » Di Jul 09, 2019 10:04 am

Die Beiträge „das größte Gesamtkunstwerk aller Zeiten“ „Die Messe ist tot, es lebe die Messe“ sowie „Demontage und Wiedergeburt der Messe“ von Peter Jan haben eine sehr inspirierende und bereichernde Diskussion mit unseren Kindern ausgelöst. Deshalb habe ich mich entschlossen, auf deine Beiträge zu antworten.

Wie ist doch die Heilige Messe durch viele Wandel gegangen und der Urkern scheint durch die vielen Veränderungen und Neuerungen ein Stück verloren gegangen zu sein. Auch wenn mir als Nicht-Theologin die historischen Hintergründe nicht so im Detail bekannt sind, weiß ich doch eines mit Gewissheit:
Es gibt einen Grund, warum die modernen Änderungen nicht wirklich funktionieren und die Kirchen leer bleiben: Die Menschen werden nicht mehr im Herzen, in der Seele berührt.

Die Erdwärtsmesse mit dem Durchschreiten der 8 Räume ist eine besondere und belebende Erfahrung. Die Urkraft der Liturgie wird hier wieder lebendig, es erwacht die tiefe Sehnsucht, so etwas jeden Sonntag erfahren zu dürfen.
Die Heilige Messe so erleben zu können, bringt die Menschen wieder zu ihren christlichen Wurzeln - nein noch mehr! Sie bietet allen Suchenden die Möglichkeit, ihre innere Heimat des Göttlichen zu finden, egal welcher Herkunft sie sind, welchem religiösen Hintergrund sie haben. Alle sind hier willkommen, weil es um etwas ganz Ursprüngliches geht, dass alle Religionen miteinander verbindet.
Wenn man all diese Reaktionen liest, wird einem bewusst, in wie vielen Menschen die Sehnsucht nach einer solchen Heimat schlummert.

Und auch wenn manche Kirchenmänner so ihr Problem mit dieser Kraft haben, ist die Erdwärtsmesse nicht mehr aufzuhalten. Es braucht keinen Auftrag von den „oberen Kirchenmächtigen“, die EWM zu zelebrieren. Der Auftrag entsteht im Kirchenvolk und all den Gleichgesinnten, die den Wunsch haben, die Heilige Messe wieder lebendig zu machen, sich rückzubesinnen auf die in der Liturgie wohnenden Urkraft. Denn die Erdwärtsmesse bietet für mich all diese Veränderung und beinhaltet alles, was es braucht, um die Kirchen wieder zu füllen.

Und dass sogar die jungen Menschen davon angezogen werden, wir darüber in tiefe Gespräche kommen, ist nur ein weiteres Zeichen dafür, dass die EWM den Menschen etwas Außergewöhnliches bietet und offenbart.

Lara

Re: Die Messe ist tot. Es lebe die Messe!

Beitrag von Lara » So Jul 07, 2019 10:18 am

Peter Jan hat geschrieben:
Do Jul 04, 2019 1:17 am
....wie eng verwoben diese Messe mit allen Aspekten meines Mensch-Seins in Wahrheit ist.....

Oben genannter Aspekt wird zur alles entscheidenden Frage werden: Werden auch in Zukunft noch Menschen zusammentreffen, um miteinander in der Hl. Messe das Leben zu feiern und Gott dafür zu danken? Es sind wir Älteren, in denen das Feuer der Begeisterung für dieses gemeinsame Feiern noch brennt. Wenn wir es erlöschen lassen, hat die jüngere Generation keine Chance mehr, daran anzuknüpfen.

Ich beschäftige mich schon lange mit dem alten Ritualwissen, das aus der vorchristlichen Verehrung der drei Bethen (einer weiblichen göttlichen Dreiheit) entstanden ist. immer wieder stoße ich auf Spuren, die aufzeigen, dass diese Vorstellungen und dieser Kult in die christliche Glaubenspraxis eingeflossen ist. Obwohl diese Verehrung einst sehr vital in der spirituellen Praxis der Menschen gelebt wurde, ist es gelungen durch Hexenverfolgungen und Verboten seitens der Kirche das Wissen weitgehend auszurotten. Und kann heute nur mehr sehr mühsam nachverfolgt werden. Dabei handelt es sich um einen Schatz, der auch die heutige Glaubenspraxis beleben würde. Eben weil diese alten Glaubensvorstellungen die Menschen in ihrem Eingebundensein in die Natur und den gesamten Kosmos gestärkt haben. Das Christentum hat hier in unserer Gegend diese alten Elemente aufgenommen und durch die Frohe Botschaft, die Jesus gebracht hat, erweitert. Als uns alle verbindendes Ritual ist die Hl. Messe entstanden. Es ist eine spannende Frage, wie wir in Zukunft miteinander feiern wollen und können, sodass wir diese Hl. Messe als nährend und stärkend für unser eigenes Leben und für die Bindung als Gemeinschaft erfahren. Schließlich hängen davon auch Frieden, sozialer Zusammenhalt, ökologische Bewusstseinbildung und vieles mehr ab.

Wenn Peter Jan Marthé mit seinem mystischen Zugang in der erdwärtsmesse Menschen wieder an diese göttliche Urquelle heranführen kann, ist das eine Chance für das Weiterbestehen der Hl. Messe. Die begeisterten Reaktionen der GottesdienstbesucherInnen zeigen, dass sie in dieser Feier etwas erlebt haben, was mit ihrem Leben zu tun hat, was sie belebt und stärkt. Ich würde mir wünschen, dass die Amtskirche diese Bewegung aufgreift und fördert. Heute versuchen viele ,vorallem auch junge, Menschen, ihre innere Leere und Orientierungslosigkeit sehr oft im Konsum und in einem Freizeitverhalten, das einen nicht mehr zur Ruhe kommen lässt, aufzufüllen. Wir als Kirche hätten in der momentanen Zeit eine riesige Chance einen inneren Weg aufzuzeigen und zu lehren. Wir ChristInnen sind so reich beschenkt worden mit all dem, was uns Eltern, Lehrerinnen, Priester von Gott erzählt haben und dass sie uns mit hineingenommen haben in diese Gemeinschaft. Wir sind gefordert auch unseren Kindern einen Weg, eben einen inneren Weg zu erschließen, der sie wieder an die göttliche Urquelle anbindet und sie voll Vertrauen ruhig leben lässt, weil alles von einer großen göttliche Liebe umfangen ist.

Lilith

Re: Die Messe ist tot. Es lebe die Messe!

Beitrag von Lilith » Do Jul 04, 2019 12:31 pm

Peter Jan hat geschrieben:
Do Jul 04, 2019 1:17 am
LASST DIE TOTEN IHRE TOTEN BEGRABEN...

"...wenn ich ferner nicht den blassesten Schimmer davon habe, wie eng verwoben diese Messe mit allen Aspekten meines Mensch-Seins in Wahrheit ist, dann kann sie mir auch nicht das Geringste bedeuten (und kann mir sodann für immer gestohlen bleiben)…"
Normalerweise käme ich niemals auf eine so abwegige Idee, einer Website einen Besuch abzustatten, die auch nur entfernt nach katholischem Mief riecht. In meiner Kindheit habe ich eine so große Liebe für Jesus empfunden und bin deshalb gerne zur Messe gegangen.
Was ich dann später alles an haarsträubendem Stumpfsinn seitens einer ausschließlich von Männern regierten Institution ertragen musste, hat nicht nur meine Seele tief verletzt, sondern mir auch meine Liebe zu Jesus schnell wieder genommen. Mit einem Weltenrichter Christus, der auf einem goldenen Thron residiert und die Menschen in ein widerliches Schwarz-Weiß-Schema presst, wollte ich weiterhin nichts mehr zu schaffen haben. Gott sei Dank habe ich dann meinen Frieden in der sogenannten „Esoterik“ gefunden.
Schon allein das Wort „Erdwärtsmesse“ hat mich aber sofort angezogen. Als ich dann auch noch von den „8 Räumen“ gelesen habe, die in der Messe „initiatorisch“ durchschritten werden, war ich tief berührt.
Ich beschäftige mich nun schon seit vielen Jahren mit dem „Tarot“, der ja auch nichts anderes beinhaltet als den inneren Entwicklungsweg eines jeden Menschen von den Niederungen und Verstrickungen unseres Egos bis zum „Höheren Selbst“ (oder „Gott“, wie ihr Katholiken es nennt).
Und in diesem Zusammenhang die „8 Räume“ der Messe mit den Karten des Tarot in "Interaktion" zu bringen, ist eine Offenbarung für mich! Ungeahnte Tiefen tun sich da auf!
Ich bin ebenso sehr berührt, wenn hier auch zu lesen ist, dass die Messe viel mehr beinhaltet, als in den sonntäglichen Gottesdiensten in den Kirchen zutage tritt und diese Messe – „das größte Kunstwerk aller Zeiten“, wie es hier genannt wird – allen Menschen gehören soll. Ich glaube, dass Jesus mit dieser Art, an die Messe heranzugehen eine große Freude hätte.
Lieber Peter Jan, mach bitte weiter so! Du baust mit deiner Pionierarbeit für sehr viele Menschen eine unbezahlbare Brücke zurück zu unseren Wurzeln. Danke!

Peter Jan
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Die Messe ist tot. Es lebe die Messe!

Beitrag von Peter Jan » Do Jul 04, 2019 1:17 am

LASST DIE TOTEN IHRE TOTEN BEGRABEN...

Leben heißt, ständig in Bewegung bleiben (oder treffender: bleiben müssen)!
Auch wenn einem das oft nicht gefällt und man sich massiv dagegenstemmt. Da bildet natürlich auch die Institution Kirche keine Ausnahme!
Weil es schmerzt. Weil es bedeutet, sich immer wieder wandeln und an die elementaren Kräfte, die diese Welt am Laufen halten „anpassen“ müssen. Denn wer zu spät oder gar nicht reagiert, den bestraft das Leben.

Und ausgerechnet davon sollte "DIE MESSE" ausgenommen sein, weil sie eben auf Wunsch der Kirche bis in alle Ewigkeit in Stein gemeißelt sein soll?
Da alles bis in alle Ewigkeit in Stein Gemeißelte TOT ist, hat "DIE MESSE" in ihrer Rolle als "die Quelle des Lebens" in dieser Todeszone absolut nichts verloren. Lasst doch die Toten ihre Toten begraben!

Es gibt jedoch noch einen anderen, viel schwerwiegenderen Grund, warum unsere Messe heute mehr oder weniger zu Tode gekommen ist...

KEIN WISSEN bedeutet KEINE LIEBE bedeutet KEINE LEIDENSCHAFT...

Was ich nicht kenne, kann ich auch nicht lieben, befand schon Paulus, der Apostel Jesu Christi. Und was ich nicht liebe, dafür kann ich auch keine wirkliche Leidenschaft aufbringen.
Wenn ich also so gut wie nichts weiß über die eigentlichen Hinter- und Abgründe eines der großen und faszinierendsten Mysterien der Menschheit, "DIE MESSE";
wenn ich ferner nicht den blassesten Schimmer davon habe, wie eng verwoben diese Messe mit allen Aspekten meines Mensch-Seins in Wahrheit ist, dann kann sie mir auch nicht das Geringste bedeuten (und kann mir sodann für immer gestohlen bleiben).

Das ist doch auch zwischen uns Menschen so. Je mehr ich von einer Person weiß, ihre Geschichte, ihren Werdegang, ihre Besonderheiten kenne, desto stärker und tiefer wird dann die Verbindung mit dieser Person sein.

Dieses erschreckende Nichtwissen, was die vieldimensionalen Hintergründe betrifft - ob bei den Klerikern oder den Laien -, ist die Ursache dafür, dass viele "DIE MESSE" einfach nicht mehr megacool finden können (was sie aber in Wahrheit ist).

NICHT VOM HIMMEL GEFALLEN...

Da ich selbst – wie übrigens viele andere meiner Künstlerkollegen auch – einmal Priester werden wollte, habe ich naturgemäß auch Theologie studiert.
Gerade in dem Fach, das mich eigentlich am allermeisten interessiert hätte, nämlich die Liturgie, wurde uns das Allerwichtigste aus welchen Gründen auch immer (Mangel an Durchblick? Ignoranz? Linientreue?) vorenthalten: der atemberaubende Wandel im grundlegenden Verständnis der Messe, der dramatische Wandel in der Betrachtungsweise und des gravierenden Perspektivenwechsels sowie der sich ständig wandelnden Gestaltwerdung, WAS „DIE MESSE“ IST und was sie in ihrer zweitausendjährigen Geschichte alles bewirken sollte und tatsächlich auch konnte!

Kann es also tatsächlich nur eine einzige, von oben verordnete Sichtweise der Messe geben?
Mit Sicherheit nicht. Denn wenn die Kirche schon von allem Anfang an der Heiligen Schrift nicht nur eine einzige "Interpretationsmöglichkeit" zugebilligt hat , sondern gleich vier höchst unterschiedliche (!!!) - die "wortwörtliche", die allegorische, die "psychologische" und die mystische -, warum sollte dann ausgerechnet ein so multidimensionales Mysterium wie "DIE MESSE" nur auf eine einzige Bedeutungsebene eingeschränkt werden, nämlich auf das immerwährende Gedenken an Jesu Tod und Auferstehung? Das macht wenig Sinn!

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