DANKE ST. NIKOLAUS! DIE MESSE LEBT!

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Christian

Re: DANKE ST. NIKOLAUS! DIE MESSE LEBT!

Beitrag von Christian » Mi Mär 04, 2020 1:15 pm

Mein Gott, jetzt ist es schon wieder beinahe drei Wochen her seit dieser Ausnahme-Messe in St. Nikolaus. Und noch immer bebt sie in mir nach. Ein großes Ereignis. Feierlich, eindringlich, wunderbar. Eine selten berührende und erhellende Predigt. Und dann auch noch diese bis auf den letzten Platz gefüllte, wunderschöne Kirche! Herzliche Gratulation!
Gott sei Dank, dass es wenigstens diese Website hier gibt. So kann man, wann immer dich die Sehnsucht nach einer solchen Messe packt, wenigstens darüber wieder lesen und auch an den Erlebnissen der anderen teilhaben. Danke! Sehr schön!

Gregorius

Re: DANKE ST. NIKOLAUS! DIE MESSE LEBT!

Beitrag von Gregorius » Di Mär 03, 2020 11:55 pm

Manfred hat geschrieben:
Sa Feb 29, 2020 1:24 pm
....wir müssen die Messe aus dem Eck herausholen und wieder ins Zentrum unserer Spiritualität stellen. Wie das für die Zukunft funktioniert, dafür hat St. Nikolaus am Sonntag, den 16. Februar einen Meilenstein gesetzt. Und nur das abhandengekommene Gottesvolk wird diese Kehrtwende möglich machen, wie wir Vorort erlebt haben.

Seit dem bis jetzt ungebrochen stark nachwirkenden Gottesdienst in St. Nikolaus vor zwei Wochen geht mir vieles bezüglich der Messe durch den Kopf, das ich an dieser Stelle loswerden möchte. Denn es könnte ja sein, dass hier auch gelegentlich Vertreter der Kirche vorbeischauen, was ich ehrlich gesagt allerdings für eher unwahrscheinlich halte.

Es lässt sich kaum leugnen, dass schon seit längerem gewisse Strömungen innerhalb der Kirche die Oberhand zu gewinnen scheinen, die sich als für die Kirche fatal erweisen werden. So als ob insgeheim zielstrebig ein „Themenwechsel“ gefahren würde.
War einmal die Messe die Quelle des Lebens und Höhepunkt des Glaubens – für den hl. Benedikt wie für viele andere große Gestalten der Kirche galt klar die Regel, dass für einen Christenmenschen dem Gottesdienst absolut nichts vorzuziehen sei! –, werden seit einiger Zeit die Christinnen und Christen zielbewusst auf sozialethische Empathie „umprogrammiert“. Caritas, Nächstenliebe, Flüchtlingsfrage etc. sind sicher wichtige Komponenten des Christentums. Aber das decken die NGOs heute genauso gut ab. Aber die können uns mit Sicherheit kein „tägliches (spirituelles) Brot“ geben, um das wir im „Vaterunser“ beten.
Dazu kommt noch, dass jetzt anscheinend auch noch die Theologie zu propagandistischen Zwecken vor den Karren gespannt wird, um uns den sonntäglichen „Wortgottesdienst“ schmackhaft zu machen und als Ersatz für die fehlende Messe einzureden versucht. Aber wir lassen uns sicher nicht für so blöd verkaufen.
Wie ich weiß, erging es vielen anderen genauso wie mir: als ich mich doch einmal überreden ließ, sonntags den anstelle der Messe angebotenen „Wortgottesdienst“ zu besuchen, war für mich klar: Nein danke, da bleibste in Zukunft lieber zuhause!

St. Nikolaus hat wahrscheinlich nicht nur mich wieder wachgerüttelt und die vom Altar gefegten Leuchter wieder auf ihren Platz gestellt. Wenn Messe so gefeiert wird wie eben erlebt in St. Nikolaus, dann ist sie wirklich wieder „Quelle des Lebens und Gipfelpunkt unseres spirituellen Lebens“. Unverzichtbar und gegen nichts anderes einzutauschen.
Aus meiner Studienzeit kann ich mich noch gut an eine seltsame Geschichte aus dem frühen Christentum erinnern. Es ist die Geschichte der sogenannten „nordafrikanischen Märtyrer der heiligen Eucharistie“. Diese ließen sich trotz des kaiserlichen Verbots – bei Übertretung drohte die Todesstrafe! – nicht von ihren sonntäglichen Gottesdienstbesuchen abhalten. Auf die Frage des Richters, warum sie denn so leichtfertig ihr Leben aufs Spiel setzten, antworteten sie unumwunden: „Wir können ohne die Eucharistie nicht leben!“
Ich habe noch nie zuvor in meinem Leben bei einem Gottesdienst ein derartig starkes, dichtes, erhebendes Energiefeld erlebt, das immer noch nachwirkt. Hat Jesus vielleicht genau das gemeint, wenn er sagte, er sei gekommen, um uns mit der unermesslichen Freude des wirklichen Lebens bekannt zu machen?
Seitdem ahne ich zumindest, was die „Märtyrer der heiligen Eucharistie“ damals angetrieben haben könnte.

Manfred

Re: DANKE ST. NIKOLAUS! DIE MESSE LEBT!

Beitrag von Manfred » Sa Feb 29, 2020 1:24 pm

Johanna hat geschrieben:
Fr Feb 28, 2020 8:50 pm
.....da ist kein Wunsch offen geblieben, höchstens der, so eine hochenergetische Zeremonie, die den Gedanken an Initiationsrituale früherer Kulturen aufkommen lässt, wieder erleben und erneut eine dadurch angeschwungene innere Transformation erfahren zu dürfen....
Was Johanna hier gepostet hat, bedarf keines weiteren Kommentars. Großes Kompliment! Mitten ins Schwarze getroffen! :D In der Messe geht es nämlich nicht um irgendwelches hochgestochene, im Prinzip keinen mehr interessierendes "heilsgeschichtliches" Gebrabbel (und schon gar nicht um eine Erinnerungsparty an irgendwen oder irgendwas!), sondern um eine existentielle, transformierende Erfahrung. HIER GEHT ES UM DICH!
Vielleicht noch ein kleiner Tipp an alle, die hier (zufällig! :lol:) auf dieser Seite landen: diesen Text immer und immer wieder lesen!
Das ist die Essenz der Messe! Wir müssen sie aus dem Eck herausholen und wieder ins Zentrum unserer Spiritualität stellen. Wie das für die Zukunft funktioniert, dafür hat St. Nikolaus am Sonntag, den 16. Februar einen Meilenstein gesetzt. Und nur das abhandengekommene Gottesvolk wird diese Kehrtwende möglich machen, wie wir Vorort erlebt haben.

Johanna

Re: DANKE ST. NIKOLAUS! DIE MESSE LEBT!

Beitrag von Johanna » Fr Feb 28, 2020 8:50 pm

So viel, auch für meine Erfahrung dieser Neuen Erdwärtsmesse Zutreffendes durfte ich in den Rückmeldungen schon lesen, was mich sehr beglückt. Denn daraus wird ersichtlich, dass die Erdwärtsmesse diese tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihrer Quelle und damit zugleich untereinander herbeiführt. Dass wir in ein gemeinsames Resonanzfeld eintauchen dürfen, in dem unser geistiger und seelischer Durst und Hunger gestillt wird und unsere Sehnsucht nach weiteren solchen Erfahrungen geweckt wird.

Schon mehrmals durfte ich die Erdwärtsmesse mitfeiern, jedesmal hat sie mich da in meinem Leben abgeholt, wo ich gerade mit allen Sorgen, Nöten und Unzulänglichkeiten gestanden bin, und hat mir neue Wege aufgezeigt. So war die Hoffnung da, mir auch diesmal in dieser Messe noch tiefer und neu begegnen zu dürfen. Wie wundervoll schon das facettenreiche Glockenläuten, das die Fülle des Kommenden so stimmig einläutete und einen schon beim Annähern an die Kirche so feierlich und freudvoll einlud und begrüßte! Beim Betreten des schönen Kirchenraums blieb viel vom Alltag vor der Tür zurück, und eine andere, erhebende Energie erfasste mich.
Mein Herz begann zu pochen, als das erschütternde Hämmern am Kirchenportal ertönte. Dann die ersten machtvollen und ermutigenden Orgelklänge - mir kamen vor Ergriffenheit die Tränen, waren sie doch wie eine Verheißung. Es würden wieder neue Türen in uns geöffnet werden.
Dann das Kyrie Eleison, vom Solisten und Chor so ergreifend gesungen, dass sofort alle eigenen schweren Gefühle darin tröstlich aufgehoben waren und das Einstimmen in mir einen Raum öffnete, in dem ich mit meiner Stimme mein Herz ausschütten durfte, in der Gewissheit gehört zu werden.
Der Kopf blieb ab da auf der Strecke, und es war mehr ein immer tiefer in mich hineingehen, horchend, tönend, getragen von der so stimmigen Liturgie, der wohltuenden Predigt des Herrn Pfarrer, der zutiefst berührenden, weil voll Gefühl gesungenen und gespielten Musik und dem Gesang der Menschen um einen rum. Wo würde diese innere Reise mich diesmal hinführen? Es war alles wie aus einem Guss - genau im richtigen Moment kam der richtige Impuls, so dass sich die Dramaturgie der Messe immer weiter aufbaute, immer tiefere Räume geöffnet und gefühlt ohne zu wissen durchschritten wurden. Wie wenn sich immer mehr Schichten, Ebenen im Inneren wie im Außen erfahren ließen durch die Vielschichtigkeit des Gesangs, der Texte, des Orgelspiels, die die höchsten Höhen mit den tiefsten Tiefen verband.
Die Liturgie spiegelte die inneren Vorgänge wieder, so dass mir war, als würde ich mich selbst mit Fleisch und Blut, mit meinem ganzen Bemühen auf dem Altar darbringen und vor der Tür zum inneren Heiligsten warten auf seine Öffnung. Oh, wie unendlich beschwörend kam da die Bitte um das Herabsenden des Geistes, wie tief empfunden konnte man da einstimmen! Und wie erhebend, zum Himmel, zum Kostbarsten in einem aufsteigend dann der Friedensklangdom, in dem sich am Höhepunkt alles in mir und um mich herum zu einer wundervoll stimmigen, vom göttlichen Geist durchdrungenen Ganzheit vereinte! Die Kirche mit ihren wunderschönen Fenstern strahlte mit. Auch dem Wunsch, dieses Erleben in uns behalten zu dürfen, konnten wir im Auszugslied noch kraftvoll Stimme verleihen.
Da ist kein Wunsch offen geblieben, höchstens der, so eine hochenergetische Zeremonie, die den Gedanken an Initiationsrituale früherer Kulturen aufkommen lässt, wieder erleben und erneut eine dadurch angeschwungene innere Transformation erfahren zu dürfen.

Von ganzem Herzen danke ich allen Mitwirkenden, die spürbar alles gegeben haben, um diese Feier Wirklichkeit werden zu lassen und damit die gewaltigen Transformationen dieser Zeit in jedem einzelnen und im großen Ganzen zum Guten hin zu unterstützen.

Origines

Re: DANKE ST. NIKOLAUS! DIE MESSE LEBT!

Beitrag von Origines » Di Feb 25, 2020 2:47 pm

Mechthild hat geschrieben:
Di Feb 25, 2020 2:43 pm
Sorry, aber das muss wohl Sonntag, der 16.2. gewesen sein! :lol:
Na klar! tut mir leid!

Mechthild

Re: DANKE ST. NIKOLAUS! DIE MESSE LEBT!

Beitrag von Mechthild » Di Feb 25, 2020 2:43 pm

Origines hat geschrieben:
Di Feb 25, 2020 2:35 pm
.....aber gekommen sind sie an diesem unvergesslichen Sonntag, den 26.2. zuhauf......
Sorry, aber das muss wohl Sonntag, der 16.2. gewesen sein! :lol:

Origines

DIE MESSE FÜR DAS ABHANDENGEKOMMENE GOTTESVOLK!

Beitrag von Origines » Di Feb 25, 2020 2:35 pm

Johannes hat geschrieben:
Di Feb 25, 2020 12:02 am
Ich glaube, dass das Establishment der Kirche so sehr mit sich selbst beschäftigt ist, dass die Herrschaften einfach keinen Freiraum mehr haben, um zu realisieren, dass es überhaupt soetwas gibt wie ein abhandengekommenes Gottesvolk.
"Wer beim Fahren nach hinten guckt, landet am Baum, und wer sich auf der Zielgeraden ständig ablenken lässt, der taugt nicht für Gottes neue Zeit." Lukas 9,62/Die Volxsbibel.

Ob das Establishment der Kirche sich darüber verständigen kann, ob es ein abhandengekommenes Gottesvolk gibt oder nicht, spielt doch im Grunde überhaupt keine Rolle. Lasst doch die Toten ruhig ihre Toten begraben!
Braucht es eigentlich noch mehr als dieses "Wunder von St. Nikolaus?" Keiner hats so richtig geglaubt, aber gekommen sind sie an diesem unvergesslichen Sonntag, den 26.2. zuhauf: nämlich diejenigen, um die sich kirchlicherseits normalerweise keiner schert.
Absofort wird neue Geschichte geschrieben, denn eine neue Bewegung ist selbstbewusst und voller Zuversicht ins Dasein getreten: die "Messe für das abhandengekommene Gottesvolk". Und es gibt auch schon dafür eine ungewöhnliche Location, ein neues spirituelles Zentrum, sozusagen eine Pilgerstätte, fast möchte ich sagen: eine "Wallfahrtskirche" für die spirituell Suchenden; für die an der Kirche Gescheiterten; für die von ihr im Stichgelassenen; für die Ausgegrenzten aber auch für alle in spiritueller Hinsicht heimatlos gewordenen Christinnen und Christen. Ein sakraler Raum, wie es für diese Bewegung keinen besseren, schöneren gibt: die Nikolauskirche in Innsbruck.
Und: wir haben auch einen inspirierenden, mutigen, glaubwürdigen und engagierten Hirten für dieses Projekt, wie dieser Gottesdienst recht eindrucksvoll gezeigt hat: Bischofsvikar Jakob Bürgler! Also nochmals: Lasst die Toten ruhig ihre Toten begraben!
Jetzt sind wir dran! Weitererzählen, weitererzählen und nochmals weitererzählen und Stimmung machen! Damit das auch wirklich rechtzeitig beim abhandengekommen Gottesvolk ankommt. Denn wir warten schon wieder auf den nächsten Termin in St. Nikolaus! :D

Johannes

Re: DANKE ST. NIKOLAUS! DIE MESSE LEBT!

Beitrag von Johannes » Di Feb 25, 2020 12:02 am

Ich glaube, dass das Establishment der Kirche so sehr mit sich selbst beschäftigt ist, dass die Herrschaften einfach keinen Freiraum mehr haben, um zu realisieren, dass es überhaupt soetwas gibt wie ein abhandengekommenes Gottesvolk.

Abelard

Re: DANKE ST. NIKOLAUS! DIE MESSE LEBT!

Beitrag von Abelard » Mo Feb 24, 2020 10:41 am

Heinz hat geschrieben:
So Feb 23, 2020 11:52 pm
Was genau ist das "abhandengekomme Gottesvolk"?
Das „abhandengekommene Gottesvolk“ bezeichnet jenen prozentual haushoch überwiegenden Teil aller getauften Christen und Christinnen, der sich aus den Kirchen vertschüsst hat, weil ihm die ehemalig reichlich sprudelnde Quelle des Lebens wie auch der einst singuläre Gipfel der Glaubenspraxis - die heilige Messe! - in der heutigen Form ganz einfach nichts mehr sagt. :D

Mechthild

Re: DANKE ST. NIKOLAUS! DIE MESSE LEBT!

Beitrag von Mechthild » Mo Feb 24, 2020 9:56 am

Mich hat das Lied zu Beginn der Messe sehr angesprochen, wo es heißt: Kommt her zu IHM und feiert mit an seinem Tisch der Gnaden.
Mit welcher Fülle sind wir da beschenkt worden! Du musst nur dementsprechend offen dafür sein, dann spricht Gott unmittelbar zu dir. Durch die sehr berührenden Texte, die so mächtig brausende Orgel, die Farben der Kirchenfenster, die mitreißenden Chöre, durch die Rituale, durch die Farbenpracht der schönen Gewänder, durch das von Meisterhand inszenierte Glockengeläute von Sankt Nikolaus. Und nicht zu vergessen durch alle die schönen, von der ganzen Gemeinde gesungenen Lieder, die dich direkt in den Himmel emporheben. Wie gut, dass es diese „himmlische Messe für das abhandengekommene Gottesvolk“ in der Sankt Nikolauskirche gibt. Ansonsten hätte ich wohl kaum etwas von diesem „seinem (so übervollen!) Tisch der Gnaden“ erfahren können. Es war ein unvergessliches, rundes Ganzes. Ich habe noch niemals zuvor eine solcherart stimmige Liturgie erlebt. Da steckt Herz, Hingabe und vor allem ein großes Können dahinter. Dank an alle, die das mit ihrem Einsatz ermöglicht haben!

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