Sehnsucht nach Gott

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Irenäus

Re: Sehnsucht nach Gott

Beitrag von Irenäus » Mo Jul 08, 2019 1:05 pm

Ruth hat geschrieben:
Do Jun 20, 2019 2:17 pm
Es ist nun wohl so, dass wo mein Herz von Freude erfüllt, mein Leben ist. Und wenn meine Seele dürstet nach Gott, dem Quell meiner Freude, so werde ich voll Sehnsucht "zum Altare Gottes treten", wie der Psalmist singt. Und nicht nur gelegentlich, sondern als Angelpunkt meines Lebens. Und dann werde ich mich halt auf den Weg machen müssen....
Es wundert mich gar nicht, wenn ausgerechnet dieser schöne Beitrag von Ruth zu den „Stiefkindern“ in diesem Forum zählt, was seine entsprechenden „Anklicks“ betrifft.
Seine „Sehnsucht nach Gott“ zu outen, gilt heute als extrem unschick. Ist ja auch verständlich, wenn in einer Gesellschaft wie der unseren schon den Kindern ein unerträglicher Narzismus, ausschließliche Ichbezogenheit und eine Nur-ja-nichts-Anbrennen-lassen-Mentalität konsequent vorgelebt wird.
Empathie, Altruismus, leuchtende Augen oder ein vor Staunen weit offener Mund? Wie degoutant!
Ganz gewiss, so punkte ich wesentlich besser im täglichen Spießroutenlauf um den besten Startplatz im Leben. Freilich um den hohen Preis, dass ich so niemals die unbeschreibliche Süsse und Freude in meinem Herzen spüren werde, wenn „meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott und wenn mir das Herz übergeht, wenn ich daran denke, wie ich zum Hause Gottes zog in festlicher Schar, mit Harfenspiel und Trompetenklang, mit Jubel und Dank in feiernder Menge".
Schade nur, dass man sich auf Dauer so um sehr beglückende und bereichernde Erfahrungen bringt!

Ruth

Re: Sehnsucht nach Gott

Beitrag von Ruth » So Jun 30, 2019 7:05 pm

Tausende Jahre sind sie alt, diese Psalmen. Gebetet, rezitiert, gesungen und getanzt von Juden und Christen. Sind gewandert von Kanaan nach Griechenland, vom Römischen Reich zu den Germanen, den Franken, in die Ukraine und zu den Finnen. Waren Teil des täglichen Stundengebetes der Mönche in Ost und West, der Priester rund um den Erdkreis, wurden gesungen von der Hildegard von Bingen und der Theresa von Avila, von Goethe und Bach, von Luther und Kaiser Franz Joseph - und jetzt von mir - in Kematen - am Ostersonntag - um 10 Uhr. Ja ist das nicht irre!
Zum Glück hat mich eine Chorsängerin damals nach der Aufführung der Erdwärtsmesse in Stams in die Noten schauen lassen. Hat mir von den verschiedenen Fassungen erzählt und hat mich gewarnt, dass die Messe verschiedentlich daherkommt, einmal mit Bläser, dann gibt's wieder einen Solisten, das andere Mal singt die Schola die Psalmen. Jedenfalls habe ich mir dann das Songbook besorgt, da sollen alle in der Messe verwendeten Psalmen drinnen sein.

Ruth

Sehnsucht nach Gott

Beitrag von Ruth » Do Jun 20, 2019 2:17 pm

Es ist nun wohl so, dass wo mein Herz von Freude erfüllt, mein Leben ist. Und wenn meine Seele dürstet nach Gott, dem Quell meiner Freude, so werde ich voll Sehnsucht "zum Altare Gottes treten", wie der Psalmist singt. Und nicht nur gelegentlich, sondern als Ursprung meines Lebens. Und dann werde ich mich halt auf den Weg machen müssen. Und je nach Gestimmtheit kanns eine einfache Dorfkirche sein oder die Kathedrale von Chartres z.B.. Leider hängen und stehen die geschändeten Leiber der Märtyrer in unserem Kulturkreis um jeden Altar herum, zuweilen auch diese roten, blechernen Herzen mit Stacheldraht, wie überhaupt Folterwerkzeuge jeglicher Art, vom Schwert bis zum Rad. Hab gelernt es hin zu nehmen als epochalen Ausdruck einer verirrten und gelehrten Priesterschaft.
"Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott" und wenn " mir das Herz übergeht, wenn ich daran denke, wie ich zum Hause Gottes zog in festlicher Schar, mit Harfenspiel und Trompetenklang, mit Jubel und Dank in feiernder Menge", so der Psalmist, dann ist für mich die Zeit gekommen, wieder einmal nach einer Erdwärtsmesse Ausschau zu halten. Dort wird von nichts anderem gesungen. In voller Länge.

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