Gute Liturgie ist wie guter Sex!

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Kevin

Gute Liturgie ist wie guter Sex!

Beitrag von Kevin » So Jul 07, 2019 8:05 pm

Hallo Leute, diese Website provoziert mich geradezu, eine vielleicht etwas frivole Frische aus einer ganz anderen Ecke in die interessante Debatte zu werfen, die hier so abgeht.

Von Berufs wegen habe ich´s eher mit den menschlich-archaischen Antrieben zu tun, wenn es um die wissenschaftliche Erforschung von „Stammesritualen“ geht, als um eine Doktrin des Glaubens. Die katholische Messe ist ja im Grunde auch nichts anderes als ein gemeinschaftsbildendes Stammesritual.
Reale protestantische wie katholische Gottesdienste langweilen mich.
Dagegen finde ich die „heilige Messe“ aus längst vergangenen Tagen (die ja bekanntlich abgeschafft wurde und die mir deshalb nur mehr in Form von ausgiebigem filmischen Material für meine wissenschaftliche Arbeit zugänglich war) äußerst sinnlich, faszinierend und anregend.
Eigentlich schade, dass das dann abgeschossen wurde. Da kann ich durchaus verstehen, warum so ein Extremkünstler wie Hermann Nitsch u.a. solcherart darauf abfahren.

Im Zuge meiner Recherchen bin ich auf einen „ungewöhnlichen Vergleich“ gestoßen, den ich euch keinesfalls hier vorenthalten kann. Aber Achtung, alle brave Katholiken! Bitte jetzt gut anschnallen!....

„Gute Liturgie ist wie guter Sex: Du willst einfach noch mehr davon haben. Viel mehr. Du hast das Gefühl, dich irgendwie absolut richtig, innig und intim mit dem geliebten Menschen vereinigt zu haben. Es gab einen Höhepunkt, du kommst herunter und du fühlst dich warm und geliebt und gehoben. Du hast etwas erreicht; du bist nicht allein. Dieser Effekt kann andauern. Man ist zugleich heil, geheilt, heilend und heilsam.
Und schlechte Liturgie ist wie schlechter Sex. Du langweilst dich, du machst es nur aus Pflichtgefühl, als Routine, weil es erwartet wird. Es gibt keine echte Liebe mehr. Du möchtest etwas davon haben, aber ohne zu viel von dir selbst zu geben. Du weißt, was du sagen kannst oder was du mit deinem Körper tun kannst – stehen, beugen oder knien -, aber es ist kein echtes Gefühl da....“

Rabiner Walter Rothschild
Gedanken zur Liturgie aus jüdischer Sicht – ein ungewöhnlicher Vergleich.
Erschienen im Matthias-Grünewald-Verlag/
Meditation. Zeitschrift für christliche Spiritualität und Lebensgestaltung.
39. Jahrgang/Heft 1, Februar 2013

Also Leute, hoffentlich ein kleiner Beitrag zur munteren Anregung für alle Macher der kirchlichen „Gemeinschaftsrituale“. Diese könnten durchaus mehr "Sex" vertragen!