Die Messe - Kein Thema mehr?

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Patrick

Re: Die Messe - Kein Thema mehr?

Beitrag von Patrick » So Jun 23, 2019 1:12 am

Ich kann mich dem, was Basil hier zur Sprache bringt, in jeder Hinsicht voll anschließen. Auch mich hat es lange geschmerzt, dass du für dich wichtige Themen tunlichst nicht ansprechen solltest, weil sie gesellschaftlich tabu sind. Hältst du dich nicht daran, wirst du umgehend mit Ächtung, Mitleid, Geringschätzung oder sonstwas bestraft.
Ich für meine Person hatte mich ab einem gewissen Zeitpunkt entschieden, unabhängig von mega-in oder mega-out meinen eigenen Weg zu gehen. Und das hat mir ziemlich gut bekommen.
Gerade auch im Fall eines so abgestandenen Reliktes wie die katholische Messe.
Irgendwann bin ich im Rahmen meiner Recherchen über archaische Rituale der Eingeborenen auf den bemerkenswerten Hinweis gestoßen, dass auch die katholische Messe auf dem Fundament derartiger archaischer Stammesrituale beruhen würde, aus der sowohl dem Einzelnen wie auch der Gruppe Kraft, Energie bis hin zu Visionen zufließt.
Seitdem wurde für mich die Beschäftigung mit der katholischen Messe unter diesem Aspekt wieder zu einer echten Passion. Denn ähnlich wie bei Basil sind auch bei mir plötzlich wieder längst vergessene Erinnerungen an die Messe aus der kindlichen Vergangenheit – ich war auch Ministrant! – hochgestiegen.
Auch wenn ich mit der Kirche schon lange nichts mehr am Hut hatte, bin ich dann doch einige Zeit von Kirche zu Kirche gelaufen, um etwas von diesen „archaischen Ritualen der Eingeborenen“ in den Messen wiederzufinden.
Aber was dabei herauskam, war ein Desaster. Mir war klar, da ist nix weiteres als längst ausgeglühte Asche übriggeblieben. Eigentlich extrem schade.
Aber das tat meinen ganz privaten, leidenschaftlichen Forschungen zum „Thema Messe“ keinen Abbruch.
Dank an die Betreiber dieser Seite! :) :) :) Eine wahre Fundgrube an Anregungen. Für mich persönlich bleibt die Messe weiterhin ein leidenschaftliches Thema!

Basil

Die Messe - Kein Thema mehr?

Beitrag von Basil » Do Jun 20, 2019 2:18 pm

Es ist leider eine traurige Wahrheit, was in dem Beitrag von Peter Jan zu lesen ist, die Messe“ sei heute kein Thema mehr! Mehr noch, oftmals löst es ungläubiges Staunen, ein Gefühl der Peinlichkeit wenn nicht gar Befremden aus, wenn du irgendjemandem von der Faszination erzählst, die „Die Messe“ auf dich ausübt.
Soweit ich mich zurückerinnern kann, hat „Die Messe“ mich in ihren Bann gezogen. Als Jugendlicher bin ich total auf das Mystische abgefahren, das „Die Messe“ einmal gehabt hat.
Obwohl ich heute keinen Gottesdienst mehr besuche, gehört für mich immer noch eine spirituelle Grundhaltung zum Leben dazu. Ich bin Christ, „katholischer“ Christ und sehr dankbar dafür, dass meine Eltern mir ihren Glauben weitergegeben haben. Dazu gehörte eben auch eine innige Beziehung zur Messe.
Umso schmerzlicher hat es mich dann später berührt, die brutale Demontage „Der Messe“ durch die sogenannte große „Liturgiereform“ und ihre Folgen miterleben zu müssen.
Nicht durch den Skandal der Missbrauchsfälle hat die Kirche mit Pauken und Trompeten ihre Selbstdemontage eingeleitet, sondern durch die Zerstörung des „Herzstücks unseres Glaubens“: „Die Messe“, davon bin ich felsenfest überzeugt.
Als ich jetzt eher zufällig über diese Website hier gestolpert bin, hat mich meine Kindheit spontan wieder eingeholt. Ich habe plötzlich wieder ganz unmittelbar diese ungeheure Freude gespürt, wenn ich als Vierzehnjähriger sonntags aufgewacht bin und an „Die Messe“ gedacht habe, die ich jetzt gleich wieder erleben werde. Es war für mich ein Zauberspiel, das mich immer wieder in eine ganz andere Welt führte, wo ich dann immer so glücklich bin.
Heute weiß ich natürlich, was mich damals als Jugendlichen gar sosehr fasziniert hatte. Die Messe hatte damals noch eine sehr „sinnliche“ Komponente. Es gab viel zu schauen, zu hören, zu fühlen, zu erleben. Bei den großen Festtagsmessen ist mir oftmals echt Hören und Sehen vergangen. Du hast geahnt, dass es da um etwas Großes geht, auch wenn du nicht alles verstanden hast. Etwas, das weit über deinen Horizont hinausgeht.
Aber ist das nicht genau dasjenige, was in uns dann eine tiefe Sehnsucht erzeugt? Sowie dies ja auch Kunstwerke vollbringen?
Pragmatische Realisten sind mir immer schon ein Gräuel gewesen. Und lange Zeit habe ich geglaubt, dass ich so ziemlich der einzige auf diesem Planeten bin, der so empfindet.
Aber wenn ich die Beiträge hier so lese, dann komme ich doch wieder ins Staunen. Dann gibt es offenbar da draußen doch auch Gleichgesinnte? Schön!
Also, „Die Messe“ kein Thema mehr? Offensichtlich doch noch nicht so ganz! Aber bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt.

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